Warum dich Therapie und Selbsthilfebücher länger im Trauma festhalten können

Hast du auch schon gehört, dass man zuerst sein Trauma bewältigt haben muss, bevor man andere Ziele im Leben verfolgt? Stimmt das immer oder könnte es sein, dass bei manchen ewige Gesprächstherapien langfristig nicht hilfreich sind?

Der Umgang mit Trauma ist eine komplizierte Angelegenheit. Viele glauben, dass man erst sein Trauma vollständig bewältigen muss, bevor man neue Projekte oder Herausforderungen angeht. Doch dieser Ansatz ist nicht immer der beste. In diesem Artikel erkläre ich, warum es sinnvoller sein kann, sich auf positive und zukunftsorientierte Aktivitäten zu konzentrieren, die dich im Leben weiterbringen. Wenn du das Gefühl hast, du kommst mit deiner Gesprächstherapie nicht weiter, dann findest du hier 5 alternative Schritte, damit es dir besser geht:

 

  1. Trauma als Teil des Lebens verstehen

Ein Trauma ist ein tiefgreifendes Erlebnis, das nicht einfach „geheilt“ oder „überwunden“ werden kann. Es wird Teil deiner Lebensgeschichte und beeinflusst dich auf verschiedene Weisen. Statt das Trauma zu bekämpfen, kann es hilfreich sein, es als Teil deiner Erfahrung zu akzeptieren und zu lernen, damit zu leben. Indem du es nicht als Hindernis, sondern als Teil deiner Identität siehst, kannst du beginnen, Wege zu finden, es in dein Leben zu integrieren.

 

  1. Dein Gehirn mit neuen Fokuspunkten füttern

Unser Gehirn möchte effizient arbeiten und beschäftigt sich am liebsten mit den Dingen, über die wir nachdenken. Wenn du dich ständig auf dein Trauma konzentrierst, sagt dein Gehirn: „Ah, das Trauma ist dir wichtig? Okay, dann bekommst du mehr Gedanken dazu.“ Das kann schnell zu einem Teufelskreis führen. Um diesen zu durchbrechen, musst du dein Gehirn trainieren und mit neuen, positiven Fokuspunkten füttern. Indem du dich auf zukunftsgerichtete Aktivitäten konzentrierst, hilfst du deinem Gehirn, neue positive Muster zu entwickeln und das Trauma nicht mehr als dominierenden Faktor in deinem Leben zu betrachten.

 

  1. Fokus auf positive Ziele

Anstatt dich ausschließlich auf das Trauma zu konzentrieren, kann der Fokus auf positive Ziele und Aktivitäten eine wohltuende Ablenkung und Motivation bieten. Zum Beispiel:

  • Karriereziel verfolgen: Die Arbeit an beruflichen Zielen kann nicht nur für Ablenkung sorgen, sondern auch dein Selbstwertgefühl und persönliche Erfüllung steigern. Beruflicher Erfolg kann dazu beitragen, ein Gefühl der Kontrolle und des Fortschritts im Leben zu vermitteln.
  • Sport und körperliche Aktivität: Regelmäßiger Sport kann nicht nur körperliche, sondern auch psychische Vorteile bieten. Bewegung fördert die Freisetzung von Endorphinen, die dein Wohlbefinden steigern und helfen können, Stress und Ängste zu reduzieren.
  • Träume und Leidenschaften verfolgen: Sich Zeit für Hobbys und Leidenschaften zu nehmen, kann einen kreativen und emotionalen Ausgleich bieten. Diese Aktivitäten können dazu beitragen, eine positive Selbstidentität zu stärken und dein Leben mit Freude und Erfüllung zu füllen.
  • Soziale Unterstützung und Netzwerke: Der Aufbau und die Pflege sozialer Beziehungen sind essentiell. Durch die Interaktion mit anderen Menschen kannst du Unterstützung und Verständnis erfahren. Diese sozialen Verbindungen können helfen, sich weniger isoliert zu fühlen und bieten oft eine Quelle der Inspiration und Ermutigung, um neue Ziele zu verfolgen.

 

  1. Kleine Schritte und Erfolge feiern

Das Setzen und Erreichen kleiner Ziele kann eine enorme psychologische Wirkung haben. Jeder kleine Erfolg, sei es beruflich, sportlich oder persönlich, stärkt dein Selbstvertrauen und erhöht das Gefühl der Selbstwirksamkeit. Diese positiven Erlebnisse können helfen, die Bewältigung von Trauma indirekt zu unterstützen, indem sie zeigen, dass Fortschritt und Veränderung möglich sind.

 

  1. Übermäßige Fokussierung auf Therapie und Selbsthilfebücher vermeiden

Obwohl Therapie und Selbsthilfebücher wichtige Werkzeuge sein können, um mit Trauma umzugehen, kann eine übermäßige Fokussierung darauf kontraproduktiv sein. Wenn du dich zu sehr auf das Trauma konzentrierst, signalisiert das deinem Gehirn, dass dieses Thema weiterhin von zentraler Bedeutung ist. Stattdessen solltest du deinem Gehirn beibringen, dass du bereit bist, dich auf andere Dinge zu konzentrieren und das Trauma hinter dir zu lassen. Indem du dich auf zukunftsgerichtete Aktivitäten fokussierst, kannst du deinem Gehirn helfen, neue positive Muster zu entwickeln und das Trauma nicht mehr als dominierenden Faktor in deinem Leben zu betrachten.

 

Fazit

Der Weg zur Heilung und zum persönlichen Wachstum ist nicht linear und für jeden Menschen unterschiedlich. Während die Bewältigung eines Traumas wichtig ist, bedeutet das nicht, dass du dein Leben auf Pause setzen musst, bis dieses vollständig bearbeitet ist. Indem du dich auf positive, zukunftsorientierte Ziele konzentrierst und gleichzeitig eine übermäßige Fokussierung auf das Trauma vermeidest, kannst du ein erfüllteres und ausgeglicheneres Leben führen. Fortschritte in Karriere, Sport und persönlichen Träumen tragen nicht nur zu deiner Zufriedenheit bei, sondern können auch den Heilungsprozess unterstützen und beschleunigen.

 

Schaue dir hierzu dieses Video an: 

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